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L ege






Kapstadt

- Eine kleine Tradition -

 


Nun gut, die südlich von Kapstadt gelegenen Ortschaften sind schon ein Begriff, und der Besuch des Kaps der guten Hoffnung ist obligatorisch im Tourismus. Hermanus, die Weingüter, einen Abstecher zum Bloubergstrand und...ja, für viele endet Kapstadt an diesem Ort. Der Melkbosstrand liegt nur einige Kilometer nördlich, doch sind hier nur noch wenige Touristen anzutreffen. Das Atomkraftwerk in direkter Nähe passt nicht so recht in das Tourismusbild von Kapstadt. Es habe noch nie einen Störfall gegeben, sagte uns Jane aus Malmesbury, es sei absolut sicher und ein Fortschritt allenthalben. Ausserdem sei das Atomkraftwerk vom Bloubergstrand ja nicht zu sehen.

 

 

 

Wir entscheiden uns, die R 27 in nördliche Richtung zu fahren, um den West Coast National Park zu besuchen. Während der Fahrt denke ich an Amerika. Somerset West sei ja wie Las Vegas, äusserte die deutsche Stimme gestern in einem Restaurant eines Weingutes nahe Franschhoek, die Edelmeile Kapstadts entlang des atlantischen Ozeans erinnere ob der gepflegten Limousinen an Kalifornien, heisst es in einer Beschreibung.

 

Unser vereinnehmendes westliches Denken braucht halt bunte Katalogisierungen, geht es mir durch den Sinn. Kilometerweit geradeaus, am Horizont flimmert die Luft, aber ein Nevadagefühl will sich bei mir nicht so recht einstellen. Ab und zu sehe ich dunkle Flecken auf der Strasse.
Unvorsichtige Tiere scheint es hier zu geben.
Unscheinbar die Einfahrt zum Nationalpark.

 

Sehr ruhig ist es hier, eine Wohltat nach den Anstrengungen der letzten Tage. Kein Auto, kein touristisches Gesicht weit und breit. Eine karge Landschaft, und gerade das macht ihren Reiz aus. Eine Zufahrt zu einem alten Gebäude. Es wirkt einladend mit seiner ruhigen Ausstrahlung. Die Eingangstür ist weit geöffnet, und es gibt einen direkten Weg zum Garten. Vögel haben ihre hängenden Nester in die Bäume gebaut, doch auch sie scheinen ihre Mittagsruhe zu geniessen.


Die Bedienung trägt eine Uniform, und sie klärt uns auf. Es sei kein gewöhnliches Restaurant und Anfang Dezember sei es sehr ruhig. Auch in diesem Gasthaus könne der Reisende, oder kleine Gruppen die Nacht verbringen, erklärt uns die Frau, aber Geelbek sei wohl eher etwas für Liebhaber der Natur. Ein ruhiger Ort sei es, die unterschiedlichsten Vögel gebe es hier.
Touristen sehe ich nicht...
Als sie erfährt, dass wir die R 27 von Kapstadt gekommen sind, fragt sie unvermittelt, ob viele tote Schildkröten auf der Strasse gelegen hätten. Die dunklen Flecken auf der Strasse seien ein Hinweis. Sie seien halt nicht so schnell wie wir Menschen, fährt sie fort, und sie halten sich an ihre alten Wanderwege.
Wenig später sind wir auf der Rückfahrt. Der Tafelberg ist auch bei der Entfernung noch zu sehen, aber wir schauen auf die Strasse. Nach wenigen Kilometern der erste schwarze Punkt. Der Wagen vor uns fährt mit unvermindeter Geschwindigkeit darüber hinweg. Wir halten auf dem Seitenstreifen und finden so die erste Schildkröte in der Mitte der Strasse.
Sie ist einfach stehengeblieben, ich trage sie weg von der Strasse.
Es waren vier, als wir in Kapstadt ankommen, und ich denke an Geelbek und die Worte dieser Frau. Es sei eine kleine Tradition anzuhalten, wenn sich eine Schildkröte auf der Strasse befindet, sagte sie.

Aber welcher Tourist weiss das schon, und was hat das mit Kapstadt zu tun...

 

 

 

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