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Lucinda....

...ich bin Xhosa


Lucinda - Ich bin Xhosa!

Oftmals sind junge deutsche Mitbürger in ihrer hohen Anspruchshaltung frustriert, wenn zum achtzehnten Geburtstag nicht das Geld von Eltern, wie auch Grosseltern für den dringend benötigten Führerschein zur Verfügung gestellt wird, um Länder dieser Welt zu bereisen. Aber wiederum oftmals beschränkt sich diese Reise nur auf bestimmte Ziele in Europa. Alles andere in der Welterfahrung richtet der Computer, so ist das Denken.
Ganz anders die verantwortliche Einstellung junger Menschen in Südafrika.
Zumeist ' Black ', oder ' Coloured ', werden diese Menschen wenig wahrgenommen von den europäischen Touristen bei ihren Streifzügen zur Entdeckung des südafrikanischen Landes, und sie werden als Selbstverständlichkeit unserer touristischen Ansprüche gesehen.

Lucinda treffen wir in einem kleinen, aber sehr ansprechendem Restaurant in Hout Bay. Beim ersten Besuch wirkt sie sehr distanziert, dennoch höflich und zuvorkommend.
Dort arbeitet sie, und wir wissen sehr wenig von den Lebensbedingungen dieser Frauen, von denen wir als Touristen wie selbstverständlich guten Service erwarten.

Zwei Wochen nach unserer ersten Begegnung kommen wir mit Lucinda ins Gespräch.
Nein, sagt sie, Fotos, die wir aufgenommen haben, können wir nicht zu ihrer Adresse schicken. Sie wohne in einer Gegend, in der die Post nur gelegentlich zugestellt werde. Ich bin Xhosa, sagt sie und zeigt in Richtung des Stadtteiles von Hout Bay, der besser von Touristen gemieden werden sollte.
Seit zwei Jahren arbeite sie in dem kleinem Restaurant, die Arbeit mache ihr Freude, aber sie sei abgeschnitten von dem 'Social Life', wie sie es nennt. Nicht Discotheken meint sie damit, vielmehr möchte sie einmal wieder am Sonntag zur Kirche gehen. Aber Sonntags müsse sie halt immer arbeiten.

Einen guten Schulabschluss habe sie erreicht, und besonders die Mutter sei stolz auf sie gewesen.
Der Vater... wird sie nachdenklich... es sei halt oft so. Sie könne sich nicht daran erinnern, dass er jemals gearbeitet habe. Dafür seien oft die Frauen zuständig. Lebensmittel seien doch vorhanden, habe er immer wieder argumentiert, und sich keine Gedanken gemacht, woher sie kommen.
Die fünfzehnjährige Schwester habe nun ihr Kind geboren, sei auch ohne Einkommen und vor Wochen habe Lucinda die Beerdigung ihres Grossvaters bezahlt. Sie fühle sich halt verantwortlich.

Ihre Augen glänzen, als sie davon erzählt, sie wünsche sich als Au Pair in den USA zu arbeiten, oder doch wenigstens wieder einmal in die Kirche gehen zu können.
Die Mutter habe soviel für die Familie leiden müssen, doch Lucinda hat Skrupel, einfach in ein fremdes Land zu gehen und die Familie allein zu lassen.
Also werde
sie hier wohl weiterarbeiten, sagt sie, für fünf Rand die Stunde.
Aber warum sind die Deutschen so geizig, fragt sie. Tips ( Trinkgeld ) geben sie kaum, doch Tips sei halt der Verdienst und nicht das Gehalt von fünf Rand die Stunde.

Fünf Rand die Stunde....und Verantwortung für die Familie.

- Lucinda aus Hout Bay -

It takes so little to make people happy. Just a touch, if we know how to give...

Kapstadt ... kann auch bedeuten:

Ein Ort der Einkehr, der Begegnung und des Nachdenkens.

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