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Kapstadt
Somerset Strand - Khayelitsha
- Die Welt in einer Strasse II-
Die M 9

 

Somerset Strand

Somerset Strand


Somerset Strand...Der rechte Ort für einen Urlaub. Die Küstenstrasse trennt den indischen Ozean von den Hochhäusern der Menschen. Viele Apartments scheinen leer zu stehen. Der Wind weht frisch, doch am Strand begegnen wir nur wenigen Menschen. Ein Fischer holt sein Boot ein und kümmert sich um den Fang des Morgens. Kinder schauen ihm zu, eine Schulklasse verbringt einen Vormittag am Meer. Die grossen Ferien beginnen in wenigen Tagen. Anfang Dezember ist die Ruhe vor dem Sturm. Sauber wirkt alles und gepflegt, und wir beschliessen, einen Kaffee im kleinen Einkaufszentrum am Ende der Strandstrasse zu trinken.

 

 

 

Im Einkaufszentrum ist es ruhig. Ein wenig Luxus für die Touristen hier und dort, kleine Geschäfte und ein einladendes Restaurant.
Die Bedienung ist freundlich. Bequeme Sessel, und wir bestellen einen zweiten Kaffee. Eine ruhige Atmosphäre trotz künstlichen Lichtes. Beim Hinausgehen müssen sich die Augen erst wieder an das helle Sonnenlicht gewöhnen.
Recht ungewohnt für deutsche Verhältnisse, die ruhige Atmosphäre am Strand, die Strandstrasse beinahe ohne Menschen. Die Schulkinder geniessen den Vormittag. Guguletu scheint vergessen.

Schulkinder in Somerset Strand

 

Strasse durch Khayelitsha

Wie sollen wir fahren, frage ich, und wir schauen auf die Strassenkarte. Stellenbosch, die gepflegte geschichtsbeladene Universitätsstadt wäre passend. Doch wir beschliessen die N 2 zurückzufahren, um in Firgrove wieder zur M 9 zu gelangen. Kaum ein Auto biegt dort ab auf die M 9. Es ist wirklich keine schöne Gegend, denke ich, als wir Khayelitsha erreichen.

 

Urplötzlich befinden wir uns zwischen Blechhütten, Bretterverschlägen, die notdürftig mit Planen gegen die Witterung gesichert sind. Bis an die Strasse reichen die Behausungen. Von einer Fussgängerbrücke strömt eine Menschenmenge zurück nach Hause. Zuhause sein inmitten von Verschlägen, Müll und verrostenden Autos... ein beklemmendes Gefühl.
Am Strassenrand kochen auf einer Feuerstelle zwei Frauen irgendwelche Schlachtabfälle aus, um die hungrigen Mäuler stopfen zu können.

Ein Zuhause in Khayelitsha

Brennholz wird zum Verkauf angeboten, die Behausungen links und rechts der Fahrbahn scheinen die Strasse zu erdrücken. Die Farben haben sich verändert, weisse Kraftfahrer sehe ich hier nicht. Squatters werden sie oft genannt, diese Menschen, die in Kapstadt ihr Glück versuchen wollten und nun mit Glück hier überleben können. Ich denke an Jilldene aus der Karoo. Wird sie auch bald hier eine Heimat suchen müssen als heimatloser Mensch? Endlos scheint sich hier die M 9 zu ziehen. Eine andere Welt am anderen Ende der Welt. Aber die Gewöhnung an die Schattenseiten des vermeintlichen Reichtums wird zur Alltäglichkeit und zur Hoffnungslosigkeit. Vor allem für die Kinder. Für ein langes Leben von Armut erdrückt und oft zu einem kurzen Leben durch AIDS verdammt.
Wir sind nachdenklich, als wir die unsichtbare und doch so starke Grenzbefestigung Richtung Newlands passieren. Heil herausgekommen, geht es mir durch den Kopf. Wie heisst diese Grenze, frage ich mich. Apartheid, Verdrängung, oder manisch-touristischer Blick gen Tafelberg und Waterfront?

Wir erreichen Newlands, und wenig später trinken wir einen Kaffee im Botanischen Garten Kirstenbosch.
Ist es nicht schön, höre ich die Stimme der Frau vom Bloubergstrand, wenn der Mann Golf spielen kann und die Ehefrau allenthalben eine Schönheitsbehandlung bekommt?

Ein fremdes Gefühl in der Nähe unserer Kultur nach der Fahrt auf der M 9.

Khayelitsha

Kirstenbosch

 

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