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L  ege



 


Zwischen Johannesburg und Pretoria....

Siedlung in Johannesburg


- Frühling in Johannesburg -

- Johannesburg ...., eine Stadt, die eher wenig erwähnt wird in deutschen Tourismusmedien. Die Landebahn für viele Urlauber, vielleicht eine Nacht im nahegelegenen Holliday Inn, und danach geht es in der Regel weiter. Pretoria, oder der Krüger Nationalpark. Nein, Johannesburg ist nicht das rechte Pflaster für einen Aufenthalt.

Am Flughafen von Johannesburg werde ich von Freunden abgeholt. Im Auto weisen sie mich darauf hin, das Fenster geschlossen zu halten und die Tür verriegelt. Es müsse so sein in Johannesburg . Auf dem Weg zu meiner Unterkunft sehe ich als erstes einen verendeten Hund am Strassenrand. Einige Kilometer weiter Menschen, die an einer Kreuzung Zeitungen, Blumen und sonstwelche Dinge verkaufen wollen. ' Squatters', sagt Julia neben mir. Sie stehen an Plätzen, an denen kaum etwas verkauft werden kann. Zwei Frauen sitzen hinter ihrem kleinen Marktstand, in der Mitte ein Säugling. Kaum jemand hält.
Vorbei an Siedlungen, die mit hohen Mauern und Stacheldraht gesichert sind, erreichen wir unser Zuhause.
Eine idyllische Umgebung, wären da nicht die Gittertüren vor den Häusern, die Gitter an den Fenstern und eine stabile Gittertür zu den Schlafräumen.
Nachmittags ein erster Spaziergang zu einem wunderschön gelegenen Park. Eine leicht hügelige Landschaft, so friedlich wirkend, mit Bänken, die zum Verweilen einladen.
Angelina erzählt von ihrer Jugend, von ihrem Stadtteil, durch das sie jetzt nur noch mit geschlossenen Fenstern und verriegelten Türen fährt. Schön sei sie gewesen, ihre Kindheit in Johannesburg. Sie erzählt von sich selbst und von den Kindern, die an Aids sterben werden, mit denen sie viel Zeit verbringe.
Vieles habe sich verändert, es werde aber kaum bemerkt. So sei Johannesburg.

Auf einer anderen Bank in der Nähe sitzt eine junge Frau. Sie wird aufstehen, wenn wir gehen, sagt Angelina. Noch fühle sie sich sicher, weil wir hier sind.
Komm', sagt Angelina, schnell nach Hause, es wird zu gefährlich in der Dunkelheit.
Es dämmert und wir machen uns auf auf den Heimweg. Die junge Frau schaut kurz herüber und macht sich auch auf den Heimweg, keine zehn Meter hinter uns. Angelina drängt zur Eile.
Am Ausgang des idyllischen Parks fegt ein Arbeiter den Weg.

Ein Gefühl der Ruhe und der Entspannung .....

Zuhause angekommen schliesst Angelina die Gittertür und verriegelt sie zweifach. Julia erwartet uns mit dem ängstlichen Hinweis, es sei doch schon dunkel.
Später erzählt Angelina bei einem Tee von ihrer Stadt, von ihrer Kindheit in Hillbrow, ihrer verlorenen Heimat, aber sie spricht auch von der wundervollen Umgebung. Sie erzählt von den Veränderungen und der Kriminalität. Ein Freund habe einmal mit grosser Anstrengung einen Einbrecher abgewehrt, in der Dämmerung. Bei Tag sei Johannesburg ein Traum, aber in der Nacht.....Sie schweigt für einen Augenblick. Nein, sagt sie dann, ich liebe Johannesburg, es ist meine Heimat und es wird alles wieder werden.

In der Dunkelheit sind die Gitter vor den Fenstern kaum zu erkennen. Es ist ruhig, es gibt keine Angst, das Bett ist bequem und ich denke an ihre Worte:


- Es wird alles wieder werden in Johannesburg -
_____________________________________

For of all sad words of tongue or pen, the saddest are these:
" It might have been! "


Südafrika ... kann auch bedeuten:

Ein Land der Begegnung und des Nachdenkens.

Welcome to Jo'burg ! Willkommen in Johannesburg !

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